[Gedicht] Lichtschein

Donnerstag, 26. März 2015

Ich hasse diese grauen, kalten Tage
In denen die Leere mein Herz zerreißt
Und dann kommst du
Und zauberst ein Lächeln in mein Gesicht

In den dunkelsten meiner Tage
In der mich die Welt zerdrückt
Habe ich verzweifelt jemanden gesucht
Der mein Innerstes versteht

Die Jahre vergehen
Ich werde stärker
Doch meine Seele zerbricht
Und ich bin einsam unter Menschen

Doch dann traf ich dich
Und es war wahrlich nicht Symphatie auf dem ersten Blick
Doch irgendwann machte es klick
Und es war verblüffend, was uns alles verband

Seitdem sind meine Tage heller
Meine Seele heiler
Meine Gedanken ruhiger
Ich mehr ich

Ich kann endlich im Regen tanzen
Denn ich weiß, jemand versteht meine dunkelsten Winkel
Jemand wird mich fangen, wenn ich wieder falle
Und ohne zu fragen an meiner Seite stehen

Danke dafür!

[Veranstaltung] Martin Rütter - nachSITZen

Montag, 23. März 2015

Endlich war es soweit und ich konnte mein Weihnachtsgeschenk einlösen und live in Berlin zu Martin Rütter in die O²-World gehen.


Die Anfahrt im strömenden Regen war leicht und man wurde schnell ins Parkhaus gelotst, um möglichst wenig Stau zu verursachen und schließich endeten wir nach einer Kreiselfahrt in der 4. Ebene und trabten frohen Mutes zum Eingang.
Einmal schnell gefilzt und schon waren wir drin und konnten unsere Plätze suchen.

Wir waren in den oberen Blöcken und wenn man da steht, ist das schon recht steil, da kann einem schon ein wenig schwindelig werden.
Auch Platz und vor allem Beinfreiheit ist dort ein Fremdwort!
Dicht an dich sitzt man und kann kaum seine Ellenbogen austrecken, vor allem, da die Halle komplett ausverkauft war.
Der Vordermann hatte dann automatisch die Knie des Hintermannes im Genick, was einfach nicht schön ist, aber egal damit, denn die Halle füllte sich schnell und dann ging es auch schon los.


Typisch schulisch wurde die Show mit Schulklingeln eingeleitet und dann ging ein kleiner Vorschaufilm los, bevor Martin Rütter auch schon die Bühne betrat.

Gewohnt lustig und aus dem Nähkästchen plaudernd, aber auch immer wieder kritisch und mit guten Tipps aufwartend, referierte er die ersten 80 Minuten durchs Programm.
Die Stimmung war mehr als super und aus den Lachen kam man kaum noch heraus.
Wunderbar finde ich auch immer, dass er sich selbst nicht zu ernst und sich auch mal selbst auf die Schippe nimmt.
Einfach toll!!!

Nach einer kurzen Pause ging es dann nochmal etwa die gleiche Zeitspanne weiter und wieder kann er absolut überzeugen.
Spontan und auch ungeplante Anekdoten und Witze kamen besonders bei den Zuschauerfragen auf und den Fragen, die er generell ins Publikum wirft.

Bei der Zugabe hat er dann auch wieder seine Fundstückebox dabei und absolut geniale Dinge darin, die dem Publikum -und ihm- herrliche Freude bereiten.


Ich persönlich kann diesen Mann nur absolut empfehlen!
Ein tolles Programm!
Ein toller Mann!
Ein perfekter Abend!

Witzig und humorvolle Comdey, die dabei noch wichtige Fakten vermittelt und sich selbst aber nicht zu ernst nimmt.
Einfach göttlich!!!

[Produkttest] MILFORD Kräuter- und Früchtetee

Sonntag, 22. März 2015

Ich durfte endlich mal wieder einen Produkttest machen und dieser ist wie auf mich zugeschnitten, denn es gibt Teeeeeee =D

Ich liebe Tee, ich trinke ihn täglich und in sämtlichen Variationen und Geschmacksrichungen:
heiß und kalt,
Beutel und losen Tee,
aber vor allem pur und ungesüßt ;)


Diesmal darf ich 5 Sorten der Firma MILFORD testen, die momentan insgesamt 32 Teesorten in ihrem Sortiment haben.
Diese Sorten sind in 6 Produktlinien untergeordnet, nämlich:
Früchtetee
Kräutertee
Wintertee
Kindertee
Kick-Tee
kühl & lecker.

Nun aber zu den von mir getesteten Teesorten =)

Früchtetraum
Bereits wenn man die Packung öffnet riecht er sehr fruchtig und auch nach dem aufkochen verbreitet er einen sehr angenehmen und leckeren Geruch nach heißen Himbeeren.
Der Tee ist schön rot und erinnert somit an den angestrebten Hauptgeschmack von Erdbeeren und Himbeeren.
 Beim ungesüßten Geschmack erinnert er mich allerdings ein wenig mehr an Hagebuttentee mit Himbeerschuss als wirklich an Erdbeeren und Himbeeren.
Trotzdem sehr lecker!

Ingwer
Auf Ingwer war ich sehr gespannt und ich wurde nicht enttäuscht.
Der Tee riecht bereits frisch und deftig nach Ingwer, wenn man die Verpackung öffnet und auch gekocht beißt sich der Geruch fest.
Die gräuliche Färbung sieht etwas unappetitlich aus, passt aber farblich sehr zum Thema, da laut Zutatenliste auch nur Ingwer verarbeitet wurde.
Der Geschmack ist scharf und zwar wirklich einfach nur scharf.
Gerade jetzt in meiner Erkältungs-/Hustenzeit finde ich dies aber sehr angenehm und macht wunderbar warm im Körper, für mich aber wirklich nur in der kalten Jahreszeit zum trinken empfehlenswert.
Wer kein scharf mag, sollte definitiv die Finger davon lassen, an alle anderen: Probiert diesen interessanten Tee und verfeinert ihn doch zum Beispiel mit Lemonengras oder dergleichen!

Johannisbeere-Kirsche
Absolut lecker, ich liebe ihn!
Schon beim öffnen kommt ein fruchtiger beeriger Geschmack auf, der sich noch intensiviert, wenn der Tee frisch aufgekocht ist.
Schmecken tut er heiß einfach himmlisch.
Richtig lecker nach Johannisbeeren und Kirschen und das in einer für mich perfekt abgestimmten Mischung!
Absolut empfehlenswert für alle Fans von beerigen Früchtetees!

 Waldmeister
Wie ich finde, ein sehr interessante Sorte, aber hält sie, was sie verspricht?
Der Teebeutel selbst riecht noch nach Waldmeister, was sich beim gekochten Tee aber bereits verflüchtigt.
Und obwohl ich diesen Tee super lecker finde, hat er einfach gar nichts mit Waldmeister zu tun!
Der Geschmack findet sich eher im Roiboos-Kräuter-Geschmack, aber eben leider kein Waldmeister, da hilft auch das in den Zutaten aufgezählte Aroma nichts.
Also wirklich leckerer Kräutertee, er sollte nur nicht unter der Bezeichnung "Waldmeister" verkauft werden!

MonsterAlarm
Und auch für die Kinder ist diesmal etwas ganz besonderes dabei, nämlich Monsteralarm.
Ein süßer Früchtetee, der nach Traube-Orange-Apfel schmeckt und auch ohne Zucker oder Süßstoff bereits eine eigene Süße mitbringt, was den Kinder natürlich sehr gefällt und daher gut angenommen wird.
Auch riechen tut der Tee sehr fruchtig und behält beim Geschmack ebenfalls ein vollmundiges Erlebnis.
Gerade auch die Verpackungsgestaltung spricht die jungen Menschen an und wird schnell zum Lieblingstee.
Aber auch Erwachsene entdecken hier einen tollen neuen Geschmack und ein leckeres Früchteteearoma!

Fazit
Wunderbare neue Teesorten, die ich  guten Gewissens weiter empfehlen kann und teilweise auch selbst weiterhin kaufen werde!
Besonders Waldmeister hat es mir angetan, auch wenn es -wie erwähnt- nicht nach Waldmeister schmeckt.
Auch der Teebeutel an sich ist von guter Qualität, keine Risse oder Schäden, wodurch der Tee wirklich im Beutel bleibt und nicht im Tee selbst rumwabert. 
Also nur zu und probiert selbst die tollen neuen MILFORD-Teesorten und genießt den Frühling mit gutem Tee und im Sommer mit ein paar Eiswürfeln auch schnell und lecker zu Eistee umgewandelt!
Somit, liebste Grüße, eure Vivka

[Gedicht] Ruinennacht

Montag, 16. März 2015

Sitze in einer einsamen Ecke
Weine, bis ich nicht mehr weinen kann
Verzweiflung, schwarz wie die Nacht
In tausend dunklen Tönen

Weiß nicht mehr wohin mit mir
Mein Herz, durchlöchert
Es schreit, schreit so laut es kann
Doch niemand außer mir zerbricht daran

Ich kann nicht mehr schlafen
Die Nacht wird immer länger
Liege wach, denke im Kreis
Und komme niemals irgendwo an

Meine Seele gleicht einer Ruine
Abgebrannt, verkohlt und voller Asche
Keine Sonne, kein Lächeln
Nur tiefe pure Einsamkeit

Wann wird es wieder Tag?
Wann sehe ich wieder Licht?
Wann geht die Sonne wieder auf?
Wann kann ich endlich lachen voller Glück?

Sag´ es mir nicht
Lass es mich selbst entdecken
Denn nur ich kann wieder aufstehen
Wieder laufen, wieder leben, wieder tanzen
Nur ich allein!

[Filmkritik] Into the Woods

Mittwoch, 11. März 2015

Langsam wird es zur Gewohnheit, aber ich war schon wieder im Kino ;)
Und zwar diesmal im neuen Disney-Märchenfilm "Into the Woods"

Hier einmal der Trailer:

Diesmal hat sich Disney nicht nur einen Märchenfilm sondern gleich mehrere  vorgenommen und die im Musicalstil mit einander vermischt.
Nur leider konnte ich diesem Werk nicht viel abgewinnen.
Ich finde die Märchen so dermaßen durcheinander geworfen, dass man ein wenig den Überblick verliert und vor allem alle irgendwie angeschnitten, aber eben nicht ausgebaut sind.
Das heißt, man bekommt immer ein wenig am Rande mit, aber alles andere geht unter und mischt sich unter die Hauptstory, die dadurch aber ebenfalls ein wenig verhunzt wird.
Meiner Meinung nach konnten viele der Darsteller auch gesangsmäßig absolut nicht überzeugen und ich war froh, wenn wieder für eine Atempause aufgehört wurde zu singen.
Die Schauspieler an sich waren nicht schlecht, haben ihre Rollen gut gespielt und haben in ihre jeweiligen Charaktere gepasst.
Aber ganz ehrlich Leute: Johnny Depp groß als bösen Wolf ankündigen und am Ende ist er ca. 5 Sekunden im Film zu sehen!
Welcher Witz!!!

Große Starbesetzung, ein Musicalensemble aus Märchen, welches bestimmt seine Fans finden wird, aber mich konnte dieser Film ganz und gar nicht begeistern!

[Gedicht] Verblichen und müde

Sonntag, 8. März 2015

Ich will nicht, dass Angst mein Leben bestimmt
Ich will nicht aufgeben, bevor ich sterbe
Die Alpträume, die mich Nacht für Nacht erwecken
Niemand weiß, wie sich der Teil von mir anfühlt
Mit dem ich zu kämpfen habe

In Zeiten eines kaputten Lebens
Und zerbrochenen Träumen und Plänen
Müsste ich aufstehen um zu kämpfen
Doch ich bin zu weit am Boden

Die Welt ist verrückt, meine Träume verblassen
Ich verstecke meine Tränen
Denn ich kann mich selbst einfach nicht glücklich sein lassen
Ich verstecke mich vor Schlachten, die ich nicht kämpfen will

Ich weiß nicht, wie die Löcher zu füllen sind
Ich bin verblichen und müde
Und verdichte die Wunde mit Salz
Ich wollte so viel mehr sein, als ich wirklich bin

[Rezept] Sesam-Käse-Cookies

Freitag, 6. März 2015

Zutaten:
  • 200g geriebenen Käse
  • 150g Butter
  • 200g Mehl
  • 150g Quark
  • Sesam
  • Cookie-Blech


Zubereitung:
  • die Butter, das Mehl, den Quark und den größten Teil des Käses miteinander verkneten
  • jeweils etwa einen gehäuften Esslöfels des Teiges zu einer Kugel formen und in die Kuhlen des Bleches verteilen, dabei die Kugeln etwas flach drücken
  • Cookies mit je einer Prise Salz und Sesam bestreuen und den Rest des Käses darüber verteilen
  • im vorgeheizten Backofen bei etwa 180 Grad circa 15min backen
  • das Blech aus den Ofen entnehmen und die Cookies mindestens 10min auskühlen lassen

[Leandriis, die Wölfin] Kapitel 13 - So bittersüß der Kampf

Donnerstag, 5. März 2015

Die kalten Augen waren grauenhaft aufgerissen, das rechte Ohr fehlte und eine Menge Blut glänzte noch feucht auf dem nackten Oberkörper.
„Na Freunde“, selbst die Stimme klang verzerrt und rau. „P-Pertiz“, stammelte Lea mit entsetztem Blick in den moosgrünen Augen und taumelte zwei kleine Schritte zurück, bevor sie gegen eine feuchtkalte Betonwand stieß.
„Was ist mit Claire geschehen?“ Mutig, obwohl ihm das Herz bis zu den Ohren klopfte, trat Kian vor und stellte sich damit auch zwischen den blutenden rachsüchtigem Mann und Lea.
„Sie hat ihre verdiente Strafe bekommen! Ich hätte sie niemals verschonen dürfen, von Anfang an nicht, aber ich war blind. Blind und so dumm zu glauben, dass sie anders wäre als ihre Vorfahren, doch das war ein Irrtum. Ein dreckiges Wolfsblut bleibt eben immer einer von euch.“ Aus Pertiz sprach tiefster irrationaler Hass. Er glich kaum noch einem Menschen, seine Augen waren eisige Höllen und sein Gesicht war fratzenhaft verzogen. Lea lief es eiskalt den Rücken runter, eine unbekannte Furcht ergriff sie und ließ sie zittern. Unkontrolliert sog sie Sauerstoff in ihre Lungen und unbewusst begann sie sich zu verwandeln. Alle Haare auf ihren Armen stellten sich auf und ein tiefes Grollen kam aus ihrer Kehle. Erschrocken schlug sie ihre Hände vors Gesicht und gewahr ihre Fingernägel, die langsam zu langen Krallen heran wuchsen, gleichzeitig spürte sie wie sich ihr innerstes mehr und mehr dem Wesen eines Wolfes anglich. Dann traf sie eine heftige Ohrfeige ins Gesicht und rief sie zurück in die Realität. Vor ihr stand Kian und sah sie mit einer tiefen Entschuldigung in den Augen an und schüttelte den Kopf. „Nein“, krächzte er heiser. Dann drehte er sich um, sprang und verwandelte sich in einen Wolf. Wunderschönes hellbraunes Fell ergoss sich über seinen gesamten Körper, sein Gesicht verformte sich und eine lange Schnauze wuchs hervor. Seine Hände wandelten sich zu Pfoten und leichtfüßig landete er auf allen Vieren, nur wenige Meter von Pertiz entfernt. Dieser lachte nur und schaurige Wogen des Entsetzens liefen über Leas angespannten Körper, während Kian nur böse knurrte.
„Was kleiner Wolf? Willst du mich damit beeindrucken? Du bist doch noch ein Welpe, nicht mal richtig ausgewachsen und bildest dir ein, mich besiegen zu können? Ach was bist du nur für ein dummer kleiner Junge.“ Und dann fing Pertiz an, sich vollkommen zu verändern.
Riesige Pranken wuchsen aus seinen Händen, scharf blitzende Krallen, ein Raubtiergebiss schob sich aus seinem weit aufgerissenen Mund und braunes Fell spross aus seiner aufplatzenden Haut. Alles dauerte nur wenige Sekunden und vor den beiden Feach stand ein riesiges Ungeheuer, welches einer Mischung aus Wolf und Bär ähnelte.
Pertiz zögerte nicht nach seiner Verwandlung und sprang mit einem wilden animalischen Schrei auf Lea zu, doch mit einem gewaltigen Knurren warf sich Kian dazwischen und die beiden Fellknäuel verhedderten sich ineinander und waren nicht mehr voneinander zu unterschieden. Lea quitschte kurz erschrocken, als beide sich verbissen und schnell das erste Blut aus unzähligen kleinen Wunden floss, doch sie konnte nicht erkennen, wer von beiden stärker verletzt war.
Unmenschliches Gebrüll hallte durch die Stadt, umso lauter wieder gegeben von den zerfallenen Ruinen. Hier und da vibrierte der Boden unheilvoll. Auch in Lea grollte es, aber sie wagte es nicht, sich dazwischen zu werfen, aus Angst vielleicht Kian zu verletzen.
Plötzlich wurde Kian zur Seite geschleudert und blieb reglos auf dem Boden liegen, das schokoladenbraune Fell mit dunkel Blut verkrustet. Seine Brust hob und senkte sich in einem viel zu schnellem Rhythmus und abgehackte, schmerzerfüllte Laute quollen aus seinem Maul.
Lea wollte zu ihm rennen, doch schon schob sie Pertiz zwischen die beiden, das Gesicht zu einer Dämonenfratze verzogen. Vor Schreck stoppte sie mitten im Lauf und sah sich hilfesuchend um, doch um sie herum befand sich … nichts. Kurz überlegte sie, sich zu verwandelt, doch sie wusste, dass ihre Wolfsgestalt ihr nicht helfen würde und sie brauchte einen klaren Kopf um lebend aus dieser Situation zu kommen und vor allem um Kian zu retten. Doch dann hatte sie keine Zeit mehr eine Entscheidung zu treffen. Pertiz machte einen mächtigen Satz, die mit Tatze zum Schlag bereit und Lea reagierte nur noch. Hastig warf sie sich zu Boden, rollte herum, sprang auf und verwandelte sich mitten im Sprung. Pertiz knurrte und sah sich einer kleinen, grazilen Wölfin gegenüber, die ihn aus grünen Augen zornig anfunkelte. Lea wusste, dass sie gegen den Bär keine Chance hatte, aber sie würde keinesfalls kampflos aufgegeben, in ihre steckte eine Kämpferin und das würde Pertiz zu spüren bekommen, doch bevor sie überhaupt dazu kam, den Hünen anzugreifen, warf sich Kian von hinten auf seinen Rücken. Brüllend vor Wut versuchte Pertiz ihn abzuschütteln, doch der Feach hatte sich so sehr verbissen, dass er es nicht schaffte. Ohne zu zögern warf Pertiz sich auf den Rücken und begrub Kian unter den Massen seines Körper. Quickend versuchte der Wolf sich zu befreien, doch seine Kräfte erlahmten zu rasch und sein Gegner war einfach zu schwer. Lea sah das Licht in den Augen ihres Gefährten langsam erlöschen. Sie konnte nichts tun, war wie gelähmt, obwohl alles in ihr danach schrie, ihm zu helfen, doch sie rührte sich nicht von der Stelle und sah nur hilflos zu, gefangen in der Starre ihrer Angst. Kian? Kian! Ihr Kopf drohte vor Schmerz zu explodieren, als sie sah wie eines der Augen von Pertiz in Blut aufspritzte. Brüllend vor Pein richtete er sich auf, Kian rutschte einige Meter über den harten Boden und blieb betäubt liegen. Dann endlich hörte Lea das Krachen und fast zeitgleich riss eine Kugel eine tiefe Wunde in die Brust des Bären, Blut lief sofort in Sturzbächen durch das filzige Fell und strauchelnd fiel er auf die Knie. Ein dritter Schuss hallte durch die Luft und endlich erlosch das Leben in Pertiz, noch bevor sein Körper schwer aufschlug und leicht zuckend liegen blieb, bevor auch dies endete. Mit letzter Kraft lief Lea zu Kian und nahm erleichtert seinen schwachen Atem war, aber auch das Blut und die zahlreichen großen und kleinen Wunden, aus denen leicht das Leben sickerte. Aufschluchzend schmiegte sie sich an seinen Körper und blieb einfach neben ihm liegen, voller Angst um sein Leben, bis auch sie eine leichte, erlösende Dunkelheit umfing.

[Kurzgeschichte] Und plötzlich war der Tee alle ...

Mittwoch, 4. März 2015

Ich fühle mich so müde, so ausgelaugt, so leer. Resigniert strich sich Samantha ihre blonden Haare mit den violetten Spitzen aus dem hübschen Gesicht. Wie so oft in letzter Zeit hockte sie in einer dunklen Ecke ihres Zimmers auf dem Boden, die Beine so dicht wie möglich an ihren Körper gezogen. Mit den Armen umklammerte sie sich so fest wie möglich, damit sie nicht auseinander fiel. Kaum mehr brachte sie dieser Tage zustande. Ihre Hand zuckte unwillkürlich, doch fest biss sie sich auf die Unterlippe, wollte nicht nachgeben, nicht schon wieder schwach werden. Viel zu oft hatte sie in letzter Zeit ihrer inneren Unruhe nachgeben. Seit langen konnte nur noch scharfes Metall auf ihrer zarten, blassen Haut ihr ein wenig die Leere nehmen, die in ihr herrschte. Sam wusste, dass dies keine Lösung war, aber bevor sie komplett innerlich zerbrach, griff sie zu diesem Mittel. Und keiner ahnte etwas davon, dass sie kurz davor war zu fallen und dabei unterzugehen. Für jedermann war sie die kleine, lustige Sam. Ein hübsches zierliches Mädchen mit auffallend grünen Augen, blonden Haaren und der hellen Haut, die sie immer etwas zu blass aussehen lies. Nie um ein Lächeln verlegen, machte sich Sam mit ihrem sprühenden Wesen sofort alle Menschen ihrer Umgebung zum Freund. Doch hinter alldem steckte eben auch die andere, zerbrochene Sam.
Sie wusste nicht mehr, wann eigentlich alles begonnen hatte. Im verborgenen war sie schon immer sehr melancholisch gewesen, verträumt, ein wenig pessimistisch, aber doch immer auf der Sonnenseite des Lebens und plötzlich, plötzlich veränderte sich was. Das Leben schien ihr aus den Händen zu gleiten. Alles wurde schwerer. Der Druck spürbarer. Und ihre eigenen Erwartungen brachen ihren Willen. Statt sie anzuspornen, legte sie sich selbst mehr Steine in den Weg, als sie überwinden konnte und drohte zu scheitern. Nahm sich selbst die Lebensfreude und drängte sich in eine Ecke, in der sie gar nicht hingehörte. Ihre Umwelt sah das alles nicht. Sam lerne mit der Zeit sich eine perfekte Maske zu zu legen. Lachte, tanzte und strahlte sobald jemand an ihrer Seite war und weinte, litt und verletzte sich irgendwann selbst. Aus Angst bedeckte sie ihre Arme, aber sie lernte schnell, dass niemand sehen wollte, was sie sich antat. Einfache Ausreden reichten und bald unterließ sie es sogar selbst, weil sie sich trotzdem schämte. Die blassen Narben, die auf ihrer hellen Haut nicht zu sehen waren, schrieben ganze Geschichten, doch niemand kam, um diese Worte zu lesen. Ihr zu helfen. Sie zu retten. Denn Sam konnte sich nicht selbst retten.
Die Zeit verging und immer mal wieder ging es auf und ab. Sam hatte keine kontinuierliche Form, sondern schlitterte von einem Hoch ins nächste Tief. Und umso mehr sie innerlich zerbrach, umso fröhlicher wurde sie von außen. Keiner ihrer Freunde hätte im Nachhinein sagen können, etwas bemerkt zu haben, denn Sam hatte ihre Tarnung perfektioniert. Doch jede Nacht, jede einsame Stunde brach sie zusammen. Weinte, starrte ins Nichts, fühlte sich zerrissen und leer. Und nichts konnte diese Leere füllen. Kein Freund, kein Tier, nicht mal ihr geliebter Sport. Sie hatte nichts. Nichts was ihr helfen konnte, denn sonst hatte sie alles was sie brauchte. Eine kleine, aber liebende Familie. Freunde, die alles für sie taten. Ein Leben, welches sie bisher recht liebevoll umhüllt hatte. Warum war sie dann aber so kaputt? Was hatte sich so in ihre Seele gefressen, dass sie die Schönheit der Sonnenstrahlen am Morgen nicht mehr sah? Die kleinen bunten Schmetterlinge voller Glück. Warum hatte sie vergessen wie Wolken schmecken? Und wie man im Regen tanzt?
Sie wusste es nicht. Und es wurde nicht besser. Der Druck, den sie auf sich selbst ausübte, der Druck, jemand in dieser viel zu schnellen und lauten Welt zu sein, brach sie nieder. Den dies wünschte sich Sam mehr als alles andere. Jemand zu sein! Hübsch, klug, außergewöhnlich, begabt und von der Welt wahr genommen! Doch egal wie sehr sie sich anstrengte, sie war einfach in nichts gut genug. Sie konnte von allen ein bisschen was und manches sogar ziemlich gut, doch niemals gut genug. Es gab immer etwas, an dem sie scheiterte und wenn es nichts gab, so stellte sie sich selbst ein Bein. Sie wollte es so verbissen, dass es sie schier zerstöre. Sie wollte jemand sein, doch für sich selbst war sie ein Niemand. Dabei könnte sie mit dem was sie hatte einfach glücklich sein. Sam hatte alles um ein glückliches einfaches Leben zu leben. Mit strahlenden Augen im Regen tanzen, genau das war Sams Stärke, doch sie selbst konnte es nicht sehen. Dabei war sie für alle ein Schatz. War immer da. Hörte immer zu. Nur sich selbst konnte sie nicht verstehen.
Sam war irgendwann so zerrissen. Von eigenen Zweifeln durchpflügt. Von Pessimismus durchtränkt. Dass es keinen Weg mehr aus ihrer Leere gab. Sie konnte weder dem Druck der Gesellschaft standhalten, alles nach Norm zu absolvieren. Noch ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden. Sam hatte sich selbst in dieses Loch getrieben und niemand konnte ihr helfen, denn niemand ahnte auch nur ein bisschen von ihrer Qual. Sam wusste, dass sie geliebt wurde, aber sie konnte es nicht spüren. In ihr gab es nur noch diese Eiseskälte. Diese Leere. Dieser Schmerz. Sam war eine Hülle und sie ertrug es nicht mehr.
Entschlossen stand sie auf. Blickte sich um. Trat zum Fenster. Engel können fliegen, dachte sie, und sprang …


… da schlossen sich warme Fingerspitzen um ihre Hand und hielten sie. „Samantha“, seine warme, rauchige Stimme umschloss sie wie ein Kokon und sie entschloss sich zu bleiben. Noch.

[Kurzgeschichte] Von einer eisigen Königin

Sonntag, 1. März 2015

Es war einmal, denn so beginnen alle Märchen, in einem wunderschönen tiefgrünen Land, mit seinen unzähligen dichten Wäldern und seinen tausenden von kristallklaren Seen ein glückliches Königspaar. Sie waren hochgeachtet und wurden von ihrem Volk abgöttig geliebt und verehrt. Seit Jahrhunderten währte nun bereits ein tiefer Frieden über das Land, welches in Wohlstand und Anmut erblüht war. Nur eines war den beiden versagt, ihr sehnlichster Wunsch: ein Kind, welches ihre Liebe perfekt gemacht hätte. Doch egal wie oft sie es versuchten, was sie auch versuchten, es entstand kein neues Leben in der Königin. Voller Gram und Schuldgefühlen zog sich die Königin immer weiter in ihrer Trauer zurück und entfernte sich weiter und weiter von ihrem Mann, dem König, bis sie eines Tages voller Einsamkeit starb. Eine große Trauer legte sich über das Land und überall wurde gewispert, sie wäre an einem gebrochenen Herzen gestorben. Der König indes wurde schweigsam und versank in der Dunkelheit seiner Seele, die vor Schmerz und Einsamkeit zerrissen war. Und vor Schuldgefühlen, denn er machte es sich zum Vorwurf, nicht mehr für seine Frau dagewesen zu sein, sie nicht genug unterstützt zu haben. Er gab sich die Schuld an ihrem Tod, denn er liebte sie so sehr, dass er sich sicher war, an seiner Seite hätte sie bis zum gemeinsamen sterben leben können. Wäre er für sie nur stark genug gewesen, doch er hatte versagt. Hatte sie alleine in ihrem Schmerz gelassen, hatte sie verraten.
Drei lange Jahre sollte das Königreich in Traurigkeit versinken, bis … ja, bis eine bildschöne Prinzessin das herunter gekommene Schloss des Herrschers betrat und die gleißend helle Sonne mitbrachte. Geblendet von ihrer Schönheit entbrannte der König in unsterblicher Liebe zu ihr und vergaß seine Trauer und all sein Schmerz. Vergessen waren die letzten Jahre der Schatten und eine neue Königin betrat den Thron. Doch diese Frau war nicht nur wunderschön mit ihrem Alabastergesicht, ihren tiefschwarzen Haaren und den ozeanblauen Augen, sondern auch hinterlistig und herrschsüchtig. Die Bewohner des Landes kamen nicht umhin, diese Bosheit in ihren kalten Augen wahrzunehmen, das Gift, welches ihr von den Lippen troff, wenn sie zu ihnen sprach. Nur einer war vollkommen blind für all dies, der König selbst, der in Liebe entflammt war und alles andere einfach übersah. Die Königin selbst lebte nur für ihre Spiegel. Spiegel, die ihre Schönheit reflektierten. Spiegel, die ihr ihre Vollkommenheit zu wisperten. Spiegel, die ihre besten Freunde waren. Jede Wand, jede freie Fläche des Königsschlosses war bedeckt mit den kristallklaren Glas und ein jeder Spiegel leuchtete geradezu von ihrer Schönheit.
Doch auch diese Majestätin schenkte dem König kein Kind. Oh schwanger war sie. Mehr als nur einmal, aber sie wusste zu verhindern, dass das Balg in ihr wuchs, dass sie dick und unansehnlich wurde, ihr ihre Schönheit nahm. Denn das war alles was sie liebte, ihre unvergleichbare Schönheit!
Die Zeit verrann. Tag um Tag. Woche um Woche. Monat um Monat. Jahr um Jahr. Und auch die wunderschöne Königin alterte. Erste Falten gruben sich in ihr Gesicht. Missgunst schlich sich in ihr Herz. Und all die wundervollen Spiegel, die einst ihre besten Freunde gewesen waren, begannen ihr ihr wahres Gesicht zu zeigen. Grau gezeichnet vom Alter. Das nachtschwarze Haar von silbrigen Strähnen durchzogen. Ihre tiefblauen Augen müde. Flecken überall auf ihrer Haut. Und zugleich vernahm sie ihre eigene Stimme, krächzend wie ein Rabe. Alt! Dieses Wort grub sich tief in ihr Bewusstsein ein und ließ unstillbare Wut in ihrem Herzen Einzug halten. Neid beschlich sie, Neid auf jedes Wesen was jünger und schöner war als sie selbst und schließlich, schließlich begann sie ihre besten Freunde zu befragen, die Spiegel!
Doch die Spiegel waren dumm, dumm und dazu feige, denn sie hatten Angst, Angst davor zerschlagen, zersplittert, zerstört zu werden, zu erblinden. Doch die Königin erhielt ihre sehnlichste Antwort und mit dieser Antwort ging zum König. Und sie tat etwas, was sie noch nie zuvor getan hatte. Sie flehte! Sie weinte! Sie schrie! Sie tobte! Und schließlich brach sie zusammen.
Der König, der dies nicht mit ansehen konnte und dessen Herz schmerzte, weil seine geliebte Frau nicht glücklich war, weil er sie nicht glücklich machen konnte, so wie es jetzt war, tat schließlich was sie verlangte.
Er begann seine Soldaten aus zu schicken, um ein unschuldiges, junges und wunderschönes Mädchen zu rauben. Denn das war es, was die Spiegel der untröstlichen Königin als Hinweis gaben. Wahre Schönheit und Jugend konnten nur erhalten werden, wenn man das noch frische und warme Herz einer Jungfrau aß und sie musste dazu wunderschön sein, denn nur dann konnte sich die gesamte Magie dessen entfalten. Und es stimmte. Die Königin wurde wieder jung und wunderschön. Und umso gefürchteter. Zunächst reichte ihr ein Herz im Jahr, doch umso älter sie wurde, umso schneller verflüchtigte sich der Zauber. Immer schneller wurde aus der jungen hübschen Frau wieder die alte Vettel, die vor Missgunst und Selbsthass auf ihr Alter zerfloss. So kam es, dass innerhalb kürzester Zeit die Töchter den Vätern geraubt wurden, welche versuchten, ihre Kinder zu verstecken und außer Landes zu bringen um sie schützen.
So kam es, dass es bald keine jungen, schönen Frauen mehr im Königreich gab und die Königin musste ohnmächtig ihrem altern zu sehen, was sie rasend vor Hass machte. In das glatte, makellose Gesicht gruben sich tiefe Falten, ihre strahlenden Augen wurden stumpf und müde, das ehemals rabenschwarze Haar weiß und licht.
Sie verfluchte den König. Das Königreich. Und allen voran ihre Spiegel. Ihre einstmals besten Freunde zeigten ihr nun jede Sekunde des Tages ihr wahres Antlitz, hässlich und alt. Sie tobte. Sie schrie. Sie weinte. Sie flehte. Doch nichts passierte. Sie blieb wie sie war. Und das zerbrach das erstarrte Herz aus Eis in ihrem Brustkorb. Tausende von Splittern zerstoben auseinander. Alles zerstörende Dunkelheit bemächtigte sich ihrer und Schwärze floss ihr aus den Augen. Unter wütendem Geschrei zerbrach sie jeden einzelnen Spiegel, egal ob groß oder klein. Eigenhändig und voller Hass. Jeder ihrer Freunde zersplitterte in tausende kristallene Teile und spiegelte millionenfach die Dunkelheit der alten Frau wieder. Eine Dunkelheit, die die Königin nicht ertragen konnte. Doch sie machte weiter. Ein Spiegel nach dem anderen. Ohne Pause, ohne innezuhalten, in unbändigem Neid auf die jungen, wunderschönen Mädchen überall auf der Welt. Mittlerweile lief das Blut dunkelrot an ihren Armen herunter. Bespritzten das weiße Kleid, welches sie trug. Ohnmächtig zerbrach sie den letzten Spiegel. Keuchend stand sie im ehemaligen Spiegelsaal, barfuss, voller Blut, in hunderttausenden von Glassplittern. In diesem Moment ging die Sonne auf. In diesem Moment, in der es in der Königin am Dunkelsten war. Sie selbst war zerfressen von ihrem eigenen Hass. Und in diesem Moment streckte sich ein Sonnenstrahl vorwitzig in den Spiegelsaal. Nur ein kleiner winziger Strahl, der sich jedoch in jedem kleinen Splitter brach und hundertfach gespiegelt wurde. Der Raum flammte auf vor Helligkeit und die Königin, welche schon nicht mehr die Königin war, schrie und schrie und schrie und wie ein wildes Echo brachen sich die Schreie im gesamten Schloss. Sie schrie solange bis die Dunkelheit in ihr zerbrach. Schwarze Fäden schlängelten sich aus ihren Augen und verließen diesen alten, zerbrechlich gewordenen Körper. Das war der Augenblick, indem die Königin starb und in diesem Moment wurde ihr bewusst, was die Lösung, die wahre Lösung, gewesen wäre. Ihre Jugend und ihre Schönheit hätten weiter leben können, aber sie war dumm gewesen und hatte sich in den falschen Ideen verrannt. Hatte den falschen Freunden vertraut. Freunde, die jetzt zerstört überall um sie herum lagen. Zum ersten Mal in ihrem Leben war ihr Lächeln nicht kalt und berechnend, sondern warm und verstehend. Sie schloss die Augen und wünschte sich etwas. Tief, fest und voller Liebe. Dann hauchte sie den letzten Atemzug ihres Lebens aus sich heraus und starb.
Der König hatte das Schreien seiner Frau vernommen, aber er blieb sitzen. Er war müde, alt und hatte zudem endlich erkannt, dass seine Königin ein hinterlistiges Spiel mit ihm getrieben hatte, aber es war ihm egal. Alles was er sich wünschte, war seine Ruhe zu haben. Die Kraft hatte ihn verlassen. Er wusste, dass sein Reich in Angst und Schrecken lebte. Wusste, dass alles was er erreicht hatte, nun von den Taten seiner Frau überschattet wurde. Er war traurig und vor allem war er einsam geworden. Was ihn jedoch am meisten betrübte, war, dass sein sehnlichster Wunsch niemals in Erfüllung gegangen war. Wie sehr er sich doch ein Kind gewünscht hatte. Und nun würde er alleine sterben, das Königreich ohne Führung zurück lassen und die Erinnerung an sich selbst auslöschen, denn niemand würde sich nach seinem Tod mehr seiner erinnern.
Seufzend stand er schließlich auf und ging von Gram gebeugt durch sein Schloss und betrat schließlich den Spiegelsaal. Was ihn dort erwartete verschlug ihm die Sprache. Überall glitzerte es. Sonnenstrahlen brachen sich in den Spiegelscherben. Dunkelrotes Blut zeichnete ein bizarres Muster auf diesen. Und inmitten diesem Chaos lag eine schwarze Rose, eine tiefschwarze Rose mit einem weißen Rand. Neugierig ergriff der König die filigrane Blume und bemerkte erst jetzt den Zettel, der am Stiel festgebunden war. Vorsichtig entrollte er ihn und las ihn mit Tränen in den Augen.
Ich war Euch niemals eine Königin. Ich war dem Land nie eine Königin. Alles was ich war, war ein Nichts. Es tut mir Leid für all den Schmerz, die Furcht, die Dunkelheit. Doch nun möchte ich Euch und eurem Land etwas schenken. Damals, als ich das halbe Jahr zu meiner Schwester fuhr, habe ich euch ein Kind geschenkt. Ein wunderschönes kleines Mädchen. Ihr Name ist Ariadne.


Der König war überglücklich und konnte sein Kind wenige Zeit später in die Arme schließen. Sie war wahrhaft wunderschön. Helle, alabasterfarbene Haut, lange nachtschwarze Haare, alles von ihrer Mutter geerbt, aber die Augen, die Augen hatte sie von ihm. Moosgrün mit goldenen Sprenkeln. Und sie glich in keinster Weise ihrer Mutter. Ihr Wesen war offen, warmherzig und die Menschen liebten sie. Das Königreich begann endlich wieder aufzublühen. Sonne ergoss sich in alle Herzen und die Menschen vergaßen ihre Furcht, die Entbehrung der letzten Jahre. Ariadne sorgte dafür, dass ihre Mutter vergessen wurde und niemand grollte dem alten König mehr, welcher glücklich und zufriedener war als jemals in seinem Leben und daran hatte nicht nur seine kleine wunderschöne Prinzessin Anteil sondern auch die Schwester der ehemaligen Königin, die ihr Ziehkind begleitet hatte und die neue Königin wurde. Zusammen wurde das Königspaar uralt und lebte ein glückliches und zufriedenes Leben, immer begleitet von Ariadne, des Königs ganzer Stolz.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute, denn so endet schließlich jedes Märchen, auch meines.